E-MAILKONTAKTHOME

Gegründet | Aufgabe | Klienten | Beraten | Netzwerk | Fortbildung | Öffentlichkeitsarbeit | Satzung

Konkret und doch unfassbar
Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

„Verfolgung und Folter muss aufhören!“ so schreibt es Horst Köhler im Oktober 2004 in unser Gästebuch. Mit seinem Appell umreißt der Bundespräsident gleichzeitig unsere Arbeit, unsere Aufgabe und unser Anliegen. Behjat Moaali (Gründungsmitglied von REFUGIO): „Nur wenn wir alle Folter als brennendes Problem begreifen, können wir noch nicht begangene Folter bekämpfen.“ Gegründet haben wir uns 1997 als gemeinnütziger eingetragener Verein mit eigener Satzung. Bis heute erleben wir tagtäglich mit einem Team von sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen enormen Hilfsbedarf für traumatisierte Flüchtlinge in Schleswig-Holstein. Wir nehmen Kriegs- und Folteropfer auf, beraten sie und vermitteln sie in psychotherapeutische Behandlungen. Wenn es notwendig ist, beziehen wir das gesamte psychosoziale Umfeld unserer Klientinnen und Klienten ein. Dabei werden wir von unserem Vorstand und von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt. Über 700 Klienten konnten wir während unseres Bestehens aufnehmen, von ihnen sind aktuell über 320 in laufenden Behandlungen: in Gesprächspsychotherapien, ärztlichen oder psychiatrischen Behandlungen zur Stabilisierung, Behandlungen zur Krisenintervention oder in langfristigen Behandlungen.

Um der besonderen Situation des Flächenlandes Schleswig-Holstein Rechnung zu tragen, haben wir eine breite dezentrale Ausrichtung. Unser Netzwerk umfasst 150 Therapeuten und 150 Dolmetscher. Wir haben aber auch zentrale Bedeutung als fachliche Instanz und Orientierung für alle mit traumatisierten Flüchtlingen in Schleswig-Holstein Befassten erlangt. Wir sind als freier Träger der Jugendhilfe (§75 SGB VIII) anerkannt. Unseren Netzwerkern bieten wir Supervisionen an und wir veranstalten regelmäßig Fortbildungen, Seminare und Tagungen, deren Ergebnisse wir in Dokumentationen weitergegeben.

Unsere Hilfe für Opfer von Terror und Gewalt ist 1999 von der ANNETTE BARTELT-STIFTUNG e.V. mit der Verleihung des Annette-Bartelt-Preises besonders gewürdigt worden. Unter dem Motto „Plädoyer gegen das Vergessen“ veranstalten wir seit 2002 alljährlich den Anti-Folter-Tag in Schleswig-Holstein als wesentlichen Bestandteil unserer Öffentlichkeitsarbeit.

Unsere Arbeit finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, aus schleswig-holsteinischen Landesmitteln des Innenministeriums und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren und aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds und der Deutschen Behindertenhilfe Aktion Mensch e.V..

Wir sind Mitglied der BAFF (Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer), des IRCT (International Rehabilitation Council for Torture Victims) und des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein e.V.. 



Gegründet

Refugio Kiel wurde im Jahre 1997 gegründet, weil in Schleswig-Holstein eine Anlaufstelle für Opfer von Folter und politisch motivierter Gewalt fehlte. Die Projektpläne bauten auf der Erfahrung und dem fachlichen Rat von Behandlungszentren aus anderen Bundesländern auf.

Aufgabe

Refugio ist unabhängig und ausschließlich seinen Klienten verpflichtet, also Menschen, die Folter und politisch motivierte Gewalt und die Flucht ins Exil überlebt haben. Gegenüber ihrer Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu anderen verfolgten Gruppen sind wir neutral.

Der Verein setzt sich selbstlos für die Opfer ein und hat sich ihre medizinische, psychotherapeutische und soziale Betreuung, Behandlung und Rehabilitation zur Aufgabe gemacht.

Klienten

Unsere Klientinnen und Klienten sind Flüchtlinge und Verfolgte und ihre Familienangehörige. Die meisten kommen aus Ländern, in denen Diktaturen oder Krieg herrschen. Sie sind aus politischen, ethnischen und religiösen Gründen unterdrückt, verhaftet oder gefoltert worden oder haben andere Menschenrechts-Verletzungen erlitten. Einige waren rassistischer Gewalt ausgesetzt. Besonderes Augenmerk gilt traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Frauen.

Beraten

Im Aufnahmegespräch erklären wir unsere Rolle, erheben die jeweilige Problematik, dokumentieren sie und besprechen die nächsten Schritte. Beim Erstkontakt ist es von besonderer Bedeutung Vertrauen aufzubauen. Auf einer Vertrauensbasis kann ein ganzheitliches Konzept zur Hilfestellung für Klientinnen und Klienten erstellt werden. Ihnen wird erläutert, wie die gemeinsame Arbeit erfolgt.

Netzwerk

Meistens ist eine psychotherapeutische Stabilisierung vordringlich. Dazu hat Refugio ein dezentrales Netzwerk von kooperierenden, freien TherapeutInnen und DolmetscherInnen aufgebaut. Die eigentliche Verarbeitung der traumatischen Erinnerung ist ein langwieriger Prozess und setzt Schutzgewährung – also ein Bleiberecht – und psychosoziale Geborgenheit voraus.

Wir kooperieren mit Nicht-Regierungs- und Regierungs-Organisationen:
Um Lösungen auf den Weg zu bringen und günstige Voraussetzungen für Therapien zu schaffen. Wir nehmen Kontakt zu denen auf, die bereits mit dem Fall eines Flüchtlings befasst sind, und suchen weitere Kooperationspartner.

Fortbildungen, Seminare und Tagungen

Das Wissen über die Rehabilitation und den Schutz von Überlebenden von Folter und anderen schweren Menschenrechts-Verletzungen ist von Behandlungszentren global bereits weit entwickelt worden, wird an deutschen Universitäten aber bislang kaum vermittelt. Fachliche Unkenntnis oder Unsicherheiten sind auch sonst verbreitet. Das Füllen derartiger Lücken bei allen, die mit Flüchtlingen befasst sind, sei es in der Psychotherapie oder Praxis von Regierungs- und Nicht-Regierungs-Organisationen, ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit.

Öffentlichkeitsarbeit

Mit Veranstaltungen, Artikeln in der Presse und Vorträgen sensibilisiert Refugio die Öffentlichkeit für die Problematik und wirbt für Unterstützung. Daneben pflegt Refugio Kontakte zu Verantwortungsträgern in Politik und Verwaltung und drängt auf die Umsetzung internationaler Übereinkommen zum Schutz von Flüchtlingen und Folteropfern.

Satzung

Vereins-Satzung
Falls Ihnen die Browser-Voraussetzungen fehlen, können Sie sich hier die entspr. Plug-ins laden


 
Zentrum für Behandlung, Beratung und Psychotherapie von Folter-, Flucht- und Gewaltopfern in Schleswig-Holstein e. V. Schaßstraße 5, 24103 Kiel
Tel: +49 (0) 431-5302530 0 | Fax: +49 (0) 431-5302530 53